Károly Koller, geb. 1968 in Gyorok/Siebenbürgen. Studium der Philosophie und Theologie in Mün- chen, Wien und São Paulo. Seit 1989 Erfor- schung von Höhlen in den nördlichen Kalkalpen mit Schwerpunkt Rau- cherkarhöhle im Toten Gebirge. Expeditionen in: Düsternis, Unterwelt, Transhades. Koller arbei- tet seit 1997 als freier Autor und Fernsehjour- nalist in München.
www.nachtkarst.de

KARST ist eine literarische Expedition in den Wahrnehmungsraum Höhle.


Höhlen entstehen durch den Prozeß der Verkarstung. Mit Kohlen- dioxid angereichertes Sickerwasser dringt durch Klüfte und Haar- risse in das Gestein ein und löst daraus den Kalk. Die unlöslichen Partikel werden vom Wasser ausgeschwemmt So entstehen un- terirdische Hohlräume, die das gesamte Bergmassiv durchziehen und eine Länge von mehreren hundert Kilometern erreichen kön- nen.


Dem Zyklus KARST liegt das gleiche Gestaltungsprinzip zugrunde. Die Wörter korrodieren zu Buchstabenschlacke, hinterlassen Lük- ken und eröffnen so neue Sprachräume. Wie Höhlen widerstreben die Texte einem schnellen Lesen und erzwingen eine andere Art der Fortbewegung im Text, die dem Befahren von Höhlen
entspricht.


KARST ist ein Vorstoß in die Tektonik schriftlicher Sprache. Die Texte sollen sich lesen wie Höhlen. Höhlen lassen sich nicht über- fliegen. Man muß sie abschreiten, um sie zu verstehen. Ziel ist es, die Worte ihrer eigenen Gravitation auszusetzen und sie so zu zerrütten. Die Buchstaben sollen vom Leser einzeln in die Hand genommen und wie Steine auf ihr Gewicht geprüft werden können. Deshalb ist es wichtig, daß die Texte, die von Anfang an für das Internet konzipiert waren und aufgrund ihres Formates kaum in gedruckter Form erscheinen könnten, immer größer dargestellt werden als das eigentliche Browserfenster und mittels Scrolling abgefahren werden müssen.

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