Steffen Brenner, 27, Student der Neueren
Deutschen Literatur sowie
der Publizistik in Berlin.
Veröffentlichungen in
Zeitschriften und Antholo-
gien, u. a. »Jahrbuch der
Lyrik 2003«.

Die Bilder in dieser cet-
Ausgabe sind von
Robert Schiff. 1934 in
Temeschburg/Rumänien
geboren, lebt er seit 1981
in München. Er hatte eine
Vielzahl von Ausstellungen
mit seinen Werken, u. a.:
Einzelausstellungen 1970,
1974, 1978 in Temesch-
burg; 1972, 1977 in Buka-
rest; 1981 in Köln; 2000,
2001 in München und
Traunreut. Hinzu kommen
etliche Gruppenausstel-
lungen. Robert Schiff ist
außerdem literarisch tätig
und veröffentlicht in Zeit-
schriften und Anthologien.
1994 erschien sein Roman
»Feldpost«. 1997 erhielt er
den 1. Preis der Nikolaus
Lenau Stiftung, Österreich
und 2000 war er 2. Preis-
träger des Banater Litera-
turwettbewerbs.

autounfall tot kein

frühling mehr kein derivat ein peitschenknall die
blaue anna spuckt den kreislauf aus gleich klatscht
es aber keinen beifall
kuhmist unterm rock und
dein becken zerstoben und schlauchfarben die
         beine hinterm kopf festgemacht weil der
frühling kommt hieß es jetzt wird verstorben
kieferalarm die atmung permeabel eine

e-mail pvc-pakete post für satan und die jungs
die hundertzwölf flackert in den akkus der
passanten wie eine chiffre aus der eiszeit
blowjobberINNEN die geilen fahrgestelle die
faken amigos die möbius-bande der eiswagen
         der die körperteile trockenfährt das
skelett ist ein organstall und sterben so eine
sache konvulsivisch kreischt dir die birne eine
         petrischale voll glück weil du dann doch
         noch ein letztes mal leuchtest die abwehr
der arme entbunden und eingeschlafen ausge
zuckt all die liebe die beinahe mal durch ein
anderes ohr gepaßt hätte.







krematorium nord

hier werden mütter wieder zu kindern
gemacht. hexen zu brot. durch die schlote
steigen sie hinab in den rauch. schlanke
zombies die den handtuchwarmen himmel
fressen.

das licht das in stäben fällt hat keine uhr
mehr. wie gottes hand die ausfährt dich
in die erde zu drücken. gegen mittag hört
die zeit auf.

liebesschwüre mein engel sind
zerschossene lebkuchenherzen
an wände genagelt

in den mond.

Robert Schiff: Herbstfrüchte I. Öl auf Leinwand

es sei denn die nacht -

wie von den waben gefallen den
wiberg hinten in der mütze stirb
DU SAU laß endlich los im dunkel
           wasser schwimmen (trüber
mensch) / ich lebte in amputation in

den fleischern der nacht wenn ich
käme ein bluthorcher schwarzfahrer
nachtblind wir bitten sie weinen nicht
             weinen
aus sicherheits
gründen / du fahrer im finstern bedecke

die scham mit amore die du hier
lernst die am zoll auf dem transit
band rein in die nacht und verloren
             geht laß endlich los.







kinderficker februar schön

rausgetöpfert hochauflösend die sonne wo
gott seine brust in den himmel hängt links
rechts mitte deutschland überbrückt / die
         fabriken märklin plastik im horizont
autos sind schnitte momentaufnahmen

die das licht mitnehmen / unser land ist ein
placebo wie die liebe wo judenlümmel im
         geschichtsbuch brennen stinken wie
zigaretten die man am falschen ende

anzündet besoffen seine alte vögelt ein
         riss im drehzahlmesser (sterne)
wir sind wieder wer nimm mich mit

lutsch die bonbons mitnehmen steig
         ein wenn ja wenn ich dein haar
in die ewigkeit bringe.

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