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Keiner von den Soldaten hatte sie mitgezogen. Sie war einfach da, hatte sich hingesetzt, wo sie für
die Nacht lagerten. Das Dorf war niedergebrannt; da und hier schwelte ein Brand, und die Hitze knackte in den Balken. Sie war sehr schmutzig, ihr Kleid war zerris- sen, und sie schaute, wie man es nicht sagen kann.
Die Augen la- gen tief in den Höhlen, und ihr Haar war zerzaust. Sie setzte sich hin und sang. Das Dorf sah aus wie ein zerfallener Kamin. Erschlagene lagen in den Gassen, vor der Friedhofsmauer erschossene
Männer und in der offenen Kirchentür ein totes Schwein. Was noch gehen konnte, war längst abgezogen. Sie war dageblieben, sah wohl die Toten nicht und stieg darüber. Sie sang einfach. Eidechsen huschten im
Staub, in den Pferchen pickten Hühner im verschütteten Getreide. Als sie im Dorf herumgeisterte, hörte man nicht, was sie sang. Erst, als sie sich zu den Männern setzte. Kin- derlieder sang sie. Von Kätzchen und
Gänschen. Es waren Lieder mit lustigem Refrain, die jeder kannte. Die Männer lachten und sangen mit. Die Männer machten auch Handbewegungen, um zu zeigen, daß sie verrückt war. Sie saß da, beide Hände im Schoß,
und sang von Bäumen, die man schütteln muß und wo Nüsse herabfallen. Dann von der Eisenbahn, mit der fröhliche Kinder fahren, und sie machte die Geräusche der Dampflok nach. Das ging eine ganze Weile so, bis einer
sagte, das halte er nicht mehr aus, das Herumgesinge; und ob das jetzt die ganze Nacht so zuginge, fragte er. Aber eigentlich fragte er nicht, denn sie wußten, daß sie nicht still sein würde. Wie auch. Man konnte
sich gar nicht vorstellen, daß sie still wäre.
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